WissKom Award 2025 verliehen

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Gruppenszene mit zwölf Personen, die auf einem Sofa sitzen oder stehen, halten ein Zertifikat in der Mitte. Hintergrund m...

Geschichtswissenschaftliches Projekt #LastSeen für herausragende Kommunikation ausgezeichnet

Neuer Preis würdigt Leistungen der Wissenschaftskommunikation

Der WissKom Award 2025 geht an das Projekt „#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“ der Freien Universität Berlin und des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg mit weiteren internationalen Partnern. Mit der Auszeichnung würdigen die führenden Kommunikationsverbände BdKom, DPRG, GPRA und Bundesverband Hochschulkommunikation (BV_HKOM) herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation. Knapp 60 Einreichungen hatte die 11-köpfige Fachjury zu beurteilen. Eine lobende Erwähnung spricht sie dem Projekt „Woche ohne E“ aus, einer Aktionswoche gegen Einsparungen in der Berliner Wissenschaft, verantwortet ebenfalls von der FU Berlin.

#LastSeen ist ein digitaler Bildatlas. Er rekonstruiert anhand historischer Aufnahmen die letzten Stunden vor NS-Deportationen und macht diese Bilder nicht nur erstmals zentral zugänglich, sondern kontextualisiert sie präzise und umfassend. „Das Vermittlungskonzept ist beispielgebend: Von der Ebene der wissenschaftlichen Experten über Nachkommen der Opfer bis hin zu Jugendlichen und der breiten Öffentlichkeit werden Zielgruppen so angesprochen, dass sie selbst zu Forschenden werden. Hier wird nicht darüber gesprochen, was historische Quellen uns zu sagen haben, sondern die Quellen selbst werden zum Sprechen gebracht“, begründet BdKom-Präsidentin und Juryvorsitzende Regine Kreitz die Entscheidung. So können Nutzerinnen und Nutzer die Bilder über eine Karte erkunden oder über ein spielerisches Interface, das sie in eine interaktive Rechercheumgebung führt. Hohe Zugriffszahlen und mediale Aufmerksamkeit belegten, dass das Konzept aufgehe. Nicht zuletzt hebt die Jury die große gesellschaftliche Bedeutung des Projekts hervor, das sich der Ungeheuerlichkeit der NS-Deportationen vor aller Augen rein über die Präsentation der Fakten nähert.

Die Auszeichnung WissKom Award 2025 nahmen die Projektverantwortlichen Alina Bothe und Christoph Kreutzmüller am gestrigen Abend (19. November) auf dem Kommunikations-Dinner Wissenschaft der ZEIT Verlagsgruppe und der VolkswagenStiftung in Berlin entgegen, auf dem gut 70 Kommunikationsverantwortliche aus Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin zusammenkamen.

Breite Resonanz auf erste Ausschreibung

Der WissKom Award wurde 2025 zum ersten Mal in dieser Form ausgeschrieben. Anzahl und Qualität der Einreichungen bestätigen aus Sicht der auslobenden Verbände das Konzept: „Die rund 60 Projekte von Citizen-Science-Initiativen über Kampagnen bis zu Formaten im öffentlichen Raum zeigen eindrucksvoll die gesamte Bandbreite der Wissenschaftskommunikation“, sagt Jurymitglied Annika Schach (Hochschule Hannover). Der Preis rücke deren gesellschaftliche Leistung ins Rampenlicht.

Die Jury des WissKom Awards 2025

  • Regine Kreitz (Präsidentin BdKom; Director Communications and Strategy, Table.Briefings)
  • Jens Rehländer (Leiter Kommunikation, VolkswagenStiftung)
  • Katja Barbara Bär (Vorstandsvorsitzende BV_HKOM; Chief Communications Officer, Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Boris Barth (Executive Director, Fink & Fuchs)
  • Sebastian Grote (Head of Communications, Helmholtz-Gemeinschaft)
  • Dr. Patrick Honecker (Chief Communication Officer und Mitglied des erweiterten Präsidiums, Technische Universität Darmstadt)
  • Dr. Daniel Lingenhöhl (Chefredakteur, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft)
  • Dr. Hanna Proner (Director Science, Public, Education, ZEIT Verlag Gerd Bucerius; Geschäftsführerin academics)
  • Prof. Dr. Annika Schach (DPRG; Vizepräsidentin und Professorin für Public Relations, Hochschule Hannover)
  • Markus Weißkopf (Redakteur, Research.Table, Table.Briefings)
  • Dr. Harald Wilkoszewski (Head of Division Communications, Events, and Science Education, Institute of Science and Technology Austria)

Über den WissKom Award

Der WissKom Award zeichnet jährlich herausragende Teamleistungen in der Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum aus. Der Award würdigt Teams aus Hochschulen und Universitäten sowie außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen, die wissenschaftlichen Themen mit ihrer Arbeit zu besonderer gesellschaftlicher Strahlkraft verholfen haben. Ziel ist es, die Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation zu fördern und beispielhafte Formate sichtbar zu machen.

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