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Glaubwürdige Fotografie im KI-Zeitalter
Authentische Fotografie wird zum Gegenpol zu KI-generierten Fakes und Desinformationen. Das Vertrauen in Medien und visuelle Inhalte gerät zunehmend unter Druck.
Zu diesem Thema hat die BdKom-Landesgruppe Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland Mitte März gemeinsam mit dem Frankfurter Presseclub eine Diskussionsveranstaltung angeboten, an der rund 70 Journalistinnen und Journalisten sowie Kommunikationsfachleute teilgenommen haben.
Vertrauen in Bilder unter Druck
Studien zeigen: Viele Menschen können KI-generierte Bilder nur schwer erkennen. Gleichzeitig verlagert sich die Mediennutzung zunehmend auf soziale Netzwerke und Videoplattformen. Inhalte werden häufiger konsumiert, ohne den Kontext zu kennen.
Dr. Ronny Fritsche, Vorstand für Operations und Technologie der Leica Camera AG, eröffnete den Abend mit einer Keynote. Im Fokus stand die Content-Credentials-Technologie, die Leica seit der Leica M11-P in viele Kameras und in sein neues Smartphone integriert. Diese Geräte können fälschungssichere Metadaten in Bilder verankern und dokumentieren damit die Entstehung und Bearbeitung eines Bildes. Herkunft und Vertrauenswürdigkeit werden dadurch nachvollziehbar. Eine Live-Demonstration machte deutlich, wie diese Metadaten zum Bespiel über die Website https://verify.contentauthenticity.org/ sichtbar gemacht werden können. Die Teilnehmenden kannten die Technologie größtenteils noch nicht.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Jana Sauer, Präsidentin des Frankfurter Presseclubs, betonte Prof. Christian Schemer von der Universität Mainz, dass Nachrichten immer stärker dekontextualisiert wahrgenommen werden. Diese Entwicklung erhöhe die Anfälligkeit für Fake-News und manipulierte Bilder.
Diskutiert wurde auch das Zusammenspiel von Kameras und Smartphones mit Content Credentials sowie die Integration der Technologie in Bildbearbeitungssoftware und Redaktionssysteme. Michael Gottschalk, Head of Content der dpa picture alliance, verwies auf die etablierten Qualitätssicherungsmechanismen der dpa. Fact-Checking sei zwar komplex, aber fest im redaktionellen Alltag verankert. Content Credentials bewertete er als sinnvolle Ergänzung. Voraussetzung sei jedoch, dass Redaktionen Content-Management-Systeme einsetzen, die diese Technologie unterstützen.
Einigkeit bestand unter den Diskustierenden, dass Medienkompetenz eine zentrale Rolle spielt. Menschen müssten für Desinformationen sensibilisiert werden, um Inhalte kritisch einordnen zu können.
Ein Video des Vortrags und der Diskussion ist auf der YouTube-Seite des Frankfurter Presseclubs verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=IoNY7OADxb0
