Nachbericht: FG Kunst und Kultur: Besuch der Feuilleton-Redaktion der F.A.Z

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Redaktionsgespräch der Fachgruppe Kunst und Kultur im Bundesverband der Kommunikatoren mit Dr. Matthias Alexander, stellvertretender Ressortleiter Feuilleton bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, am 07.07.2026 in Frankfurt am Main mit Diana Maier, Claudia Luxbacher, Cornelia Szelényi, Kathrin Grün und Thomas Koch (Organisation und Text) .

 

Von der Karlsruher Straße auf der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofs geht es mit dem Bus der Linie M46 in 12 Minuten entlang der Europaallee zur Pariser Straße, Haltestelle Europagarten/Messe West. Und schon sind wir da, am F.A.Z.-Tower, einem schicken neuen Hochhaus inmitten eines Stadtviertels, das erst noch entwickelt werden will. Alles dort atmet den Geist des Aufbruchs. Das 1949 gegründete überregionale Qualitätsmedium, das täglich über 800.000 Leserinnen und Leser erreicht, signalisiert Lust auf Zukunft mit klaren Ansprüchen: Unabhängigkeit, gründlich recherchierte Fakten und präzise Analysen. Digital entwickelt die F.A.Z. kontinuierlich neue Kanäle und Formate: Mit FAZ.NET, Apps und Podcasts sind die journalistischen Inhalte auf jeder Art von Endgerät verfügbar.

 

Wir treffen uns mit Dr. Matthias Alexander, dem stellvertretenden Ressortleiter des Feuilletons,

um mehr zu erfahren: über den Umgang der Zeitung mit KI, die Zukunft der Künste und ob klassische Rezensionen von Ausstellungen, Theateraufführungen und Büchern weiterhin einen Platz in der Zeitung finden werden. Im wohltemperierten Konferenzraum bleiben die Köpfe kühl, aber es wird spürbar, wie das Herz heiß wird, wenn es darum geht, was eine gute Rezension ausmacht und wie das Interesse der Redaktion für die eigene Arbeit geweckt werden kann.

 

Nach einer guten Stunde intensiven Austauschs können wir folgendes Fazit ziehen:

 

„Online first“ ist bei der F.A.Z. der neue Standard, wird aber ergänzt durch den Zusatz: „print not second“. Der scheinbare Widerspruch macht deutlich, dass die Beiträge zwar zunächst für die Online-Version verfasst werden und dann erst für Print aufbereitet werden, der Print-Bereich aber als mindestens gleichwertig in Form und Qualität betrachtet wird. Manches wird nur für die Online-Kanäle geschrieben und erreicht nie die gedruckte Zeitung. Diese Neuausrichtung hin zu „Online first“ bedeutet für die Redaktionen, ihre Planungskonferenzen von ehemals 11 Uhr (zu reinen Print-Zeiten), dann auf 10 Uhr und jetzt auf 9 Uhr vorzuverlegen.

 

Es ist damit zu rechnen, dass die KI-Richtlinie für die Arbeit der Redaktion angesichts aktueller Debatten und Entwicklungen nachgeschärft werden muss. KI hat einen großen Einfluss auf das Leseverhalten im Internet, was alle Medienhäuser vor große Herausforderungen stellt, da weniger Nutzer auf die originären Inhalte zugreifen. Die Reichweite der recherchierten Informationen ist unter diesen Umständen zwar oft sehr groß, zahlt aber seltener auf das eigene Geschäftsmodell ein.

 

Ein großes Anliegen der Zeitung ist seit mehr als 40 Jahren die Förderung des Lesens und der Nachwuchsleserschaft. Leseförderung ist Bildungsförderung ist Stärkung der Demokratie und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Eine Aufgabe, die auch wir in unserer Arbeit ernst nehmen.

 

Rezensentinnen und Rezensenten sollten stets im Blick behalten, Leserinnen und Lesern Orientierung geben zu wollen.

 

Kommunikationsverantwortliche sollten mit Ehrlichkeit, Kompaktheit und Verbindlichkeit auf Redaktionen zugehen und den persönlichen Kontakt pflegen.

 

Und was macht einen Journalisten glücklich? – Fürs Neugierig-Sein und das tägliche Dazulernen bezahlt zu werden.

 

Vielen Dank für diesen uns sehr zugewandten Austausch. Der Rückweg zur Haltestelle des M46 verläuft beschwingt und ist von angeregten Gesprächen geprägt.

 

Gruppe von sechs Personen lächelt vor einem großen, blauen Bildschirm in einem modernen Gebäude.
Gruppenfoto hinter Monitor mit „F“, v.l.n.r.: Luxbacher, Koch, Grün, Alexander, Maier, Szelényi
Sechs Personen stehen vor einem großen Bildschirm mit dem F.A.Z.-Logo in einem modernen Gebäude.
Selfie v.l.n.r.: Koch, Grün, Alexander, Szelényi, Maier, Luxbacher